Positionspapier Thrombektomie

Übernahme des ESO – ESMINT – ESNR – Papiers und Statement zur Versorgungssituation in Deutschland

Zuletzt aktualisiert: Dienstag, 12. Mai 2015

Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Neuroradiologie e.V. ,des Berufsverbandes der Neuroradiologen e.V., der Deutschen Gesellschaft für Interventionelle Radiologie und minimal-invasive Therapie, der Deutschen Gesellschaft für Neurologie e.V. und der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft e.V. zur Thrombektomie-Behandlung beim ischämischen Schlaganfall

Im Februar dieses Jahres wurden auf der International Stroke Conference in Nashville die Ergebnisse dreier Multicenterstudien vorgestellt (SWIFT-PRIME, ESCAPE, EXTENDA-IA), die der minimalinvasiven, mechanischen Thrombektomie mittels Kathetertechnik (Stent-Retriever- Systeme) eine hohe Wirksamkeit bescheinigt. Die Ergebnisse von Nashville bestätigen die bereits im November 2014 publizierten Ergebnisse der niederländischen Studie MR Clean.

Für die Therapie des Schlaganfalls bricht mit dieser Studienlage ein neues Zeitalter an. Die endovaskuläre Methode, die bis dato als experimentell eingestuft war, wird nun eine führende Rolle in der Akutversorgung ischämischer Schlaganfallpatienten spielen.

Die Deutsche Gesellschaft für Neuroradiologie, der Berufsverband der Neuroradiologen, die Deutsche Gesellschaft für Interventionelle Radiologie und minimal-invasive Therapie, die Deutsche Gesellschaft für Neurologie und die Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft folgen dem Konsenspapier ESO – Karolinska Stroke update „Consensus statement on mechanical thrombectomy in acute ischemic stroke“ vom November 2014, welches Empfehlungen hinsichtlich Behandlungsfenster, der zu verwendenden Devices und weiterer Punkte bereithält, und sie wird ihren Mitgliedern empfehlen, Schlaganfallpatienten nach diesen Kriterien zu behandeln.

Deutschland ist ein Vorreiter der endovaskulären Behandlung des Schlaganfalls. Diese Methode wurde maßgeblich innerhalb der Neuroradiologie entwickelt. Sie setzt eine hohe Expertise in der Pathologie, Pathophysiologie und Klinik des Schlaganfalls sowie der bildgesteuerten minimalinvasiven Therapie voraus. Aus Sicht der Fachgesellschaften muss die neuro-interventionelle Behandlung von Schlaganfallpatienten zwingend durch einen in Diagnostik und Therapie Erfahrenen erfolgen, der im Team mit den Neurologen der rund 270 zertifizierten Stroke-Units in Deutschland die Entscheidung zur Durchführung der Thrombektomie trifft.

Die Deutsche Gesellschaft für Neuroradiologie hat gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Interventionellen Radiologie (DeGIR) in der Deutschen Röntgengesellschaft (DRG) 2012 ein Zertifizierungsprogramm aufgesetzt, welches eine qualitätsorientierte Fortbildung von Neuro-Interventionalisten auf höchstem Niveau sichert. Aktuell halten deutschlandweit 120 Neuroradiologen und interventionelle Radiologen das Stufe-2-Zertifikat Neuromodul E „Rekanalisierende Maßnahmen“, zu denen die interventionelle Schlaganfallbehandlung zählt.

Die neuroradiologischen Zertifikatsinhaber sind zudem berechtigt, das Ausbildungszertifikat für das Neuromodul E zu erwerben, das zur Ausbildung in interventioneller Schlaganfallbehandlung berechtigt. Mit dieser Abdeckungsrate ist die deutsche Neuroradiologie und Radiologie in der Lage, die interventionelle Versorgung von Schlaganfallpatienten sicherzustellen. Zudem hat die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft e.V. zusammen mit der DGNR und der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie e.V. die Neurovaskulären Zentren ins Leben gerufen, ein Projekt, das sich aktuell in der Pilotphase befindet.

Für die Deutsche Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR) e.V.:
Prof. Dr. Christoph Groden (Mannheim), Präsident

Für den Berufsverband Deutscher Neuroradiologen (BDNR) e.V.:
Prof. Dr. Ansgar Berlis (Augsburg), Präsident

Für die Deutsche Gesellschaft für Interventionelle Radiologie und minimal-invasive Therapie
Prof. Dr. Arno Bücker (Homburg), Vorsitzender

Für die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) e.V.:
Prof. Dr. Ralf Gold (Bochum), Präsident

Für die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) e.V.:
Prof. Dr. Prof. Dr. Gerhard F. Hamann (Günzburg), 1. Vorsitzender

LINKS

Das Konsensuspapier der ESO:
http://2014.strokeupdate.org/consensus-statement-mechanical-thrombectomy-acute-ischemic-stroke

Zertifizierungsprogramm der DeGIR/DGNR und die Kriterien zur Erlangung des Neuromoduls E:
http://www.degir.de/site/degir-dgnr-modul-und-stufenkonzept/degir-dgnr-stufe-2

Die Neurovaskulären Zentren:
http://www.dsg-info.de/presse/pressemeldungen/2-nachrichten/allgemeine-nachrichten/397-verbesserte-behandlung-saemtlicher-neurovaskulaerer-erkrankungen-in-sicht.html

Die Kriterien der Stroke-Units:
http://www.dsg-info.de/stroke-units/zertifizierungsantraege--zertifizierungskriterien.html