MTRA-Programm Neurorad 2017

Mit dem zweiten sieht man besser!

Zuletzt aktualisiert: Montag, 3. Juli 2017

Am Kongress-Freitag, 13.10. und am Samstag erwartet die MTRA auf dem Neurorad 2017 ein intensives und interaktives Programm. Dorothe Krug und Annette Saur haben es zusammengestellt. 

 Bereits eine feste Marke auf dem Neurorad ist das MTRA-Frühstück. Mit welchen Themen starten die MTRA dieses Jahr in den Tag?

 Annette Saur: In der Tat ist das MTRA-Frühstück eine feste Größe im MTRA-Programm, die von vielen Kolleginnen und Kollegen sehr geschätzt wird. In diesem Jahr haben wir Vertreter von Siemens Healthineers zu Gast, es werden Geräte und Untersuchungstechniken vorgestellt. In den vergangenen Jahren hat sich in diesen Symposien immer eine sehr gute Diskussion zwischen Entwicklern und Anwendern ergeben, sehr praktisch und nutzwertig.  Es können ganz konkret Fragen des Untersuchungsalltags gestellt werden, die kompetent beantwortet werden und das Ganze in angenehmer Bewirtungsatmosphäre.

 Zwei große Blöcke am Nachmittag widmen sich dem Strahlenschutz und der Schnittbilddiagnostik. Was wird hier geboten?

 Dorothe Krug: Strahlenschutz ist das A und O für jede MTRA und eine never-ending-story dazu. Mittlerweile gibt es eine große Zahl an Software-Angeboten, die die Dosimetrie erleichtern.  Wir widmen uns in diesem Jahr der Arbeit mit Radimetrics, einem System zum Dosistracking und integriertem Alarmsystem. Wir fragen uns, was kann dieses System? Wie kann man die vielen Informationen daraus sinnvoll einsetzen? Wie kann man damit lernen, die Strahlendosis bei den Patienten zu verringern und Fehler für die Zukunft vermeiden?

Annette Saur: Bei dem zweiten Thema des Nachmittags, der Schnittbild-Diagnostik, beschäftigen wir uns unter anderem mit dem immer noch aktuellen Thema der Ablagerungen von  MR-Kontrastmitteln. Hier sind wir als MTRA auch in der Aufklärung gefragt, denn immer wieder stellen wir in der Praxis fest, dass Patienten sich nicht trauen, den Arzt zu fragen, ob das Kontrastmittel schädlich ist, viele sind durch die Berichte in den Medien verunsichert. Diese Fragen landen dann bei uns, und dadurch sind auch wir ein Stück weit in die Aufklärung eingebunden, die Patienten zu informieren und zu beruhigen. Da ist es wichtig, auf dem aktuellen Stand der Forschung und der Diskussion in der Fachgesellschaft zu sein.  Unter dem Titel Workflow-orientierte MRT-Protokolle geht es darum Abläufe im Untersuchungsalltag zu optimieren, um Wartezeiten für die Patienten zu verkürzen und die Abläufe effizienter zu gestalten.  

 Im Programm bieten Sie in diesem Jahr auch ein Quiz – was darf sich der Teilnehmer unter dieser Session vorstellen?

Annette Saur: Wir nennen es Quiz, denn diese Session ist eine ebenso lehrreiche wie kurzweilige interaktive Runde mit TED. Dabei geht es um sehr grundlegende Fragen für unseren Beruf, wie z.B. Grundlagen CT, Wie unterscheiden sich MRT-Geräte? Fallbeispiele aus der Radiologie. Der Grundgedanke dieser Session ist: Wir MTRA müssen Untersuchungen beurteilen können. Wir müssen Auffälligkeiten sehen, damit wir dem Radiologen den Vorschlag machen können, noch eine zusätzliche Sequenz zu fahren oder ein anderes Untersuchungsprotokoll zu wählen.

 Dorothe Krug: Radiologen und MTRA sind ein Team. Es gilt der Slogan: Mit dem zweiten sieht man besser. Und der oder dem MTRA macht es viel mehr Spaß, wenn sie oder er sich aktiv in den Untersuchungsprozess einbringen kann.

 Am Samstagmorgen ist das Programm mit „Mixed“ überschrieben – verraten Sie die Mischung?

 Annette Saur: Es gibt zum einen eine grundlegende Einführung in das aufwändige Verfahren der MR-Traktografie. Dann sprechen wir über das Thema Implantate. Viele Patienten sind betroffen, es ist ein Thema, das uns in der Praxis häufig beschäftigt. Normalerweise führen die Patienten einen Implantatausweis mit sich, oftmals aber müssen wir recherchieren, ob ein Implantat MR-gängig ist. Darum wird es gehen und hier lassen sich viele nutzwertige Infos vermitteln. 

Dorothe Krug: In der folgenden Session zur Interventionellen Radiologie geht es um den Umgang mit Intensivpatienten, die bekanntlich einen großen Anteil an der Gesamtpatientenzahl in der Neuroradiologie stellen.  Bei Intensivpatienten ist  auch während der radiologischen Untersuchung viel zu beachten. Fragen der Lagerung, zum Umgang mit den anhängenden Geräten, Beatmungsgeräten zum Beispiel, und Zugängen, auch die Dauer der Untersuchungen und die Betreuung der Patienten ist eine ganz andere als bei ansprechbaren und mobilen Patienten.

Ist das Programm auch für MTRA-Schüler geeignet?

Annette Saur: Auf jeden Fall ist das Programm für Schüler geeignet!

Dorothe Krug: Und wenn man etwas nicht versteht: Es gibt genügend Ansprechpartner und Kollegen auf dem Kongress, die man fragen kann. Daraus entstehen immer gute Gespräche!

 In einem Satz –  warum sollte die, warum sollte der MTRA auf die Neurorad-Jahrestagung gehen?

Annette Saur: Weil ich hier lerne, wie ich einen Schlaganfall optimal untersuche.

Dorothe Krug: Auf dem Neurorad lerne ich das aktuelle MTRA-Neurowissen und das  in anregender Kongressatmosphäre.

 Zur Person

Dorothe Krug privatDorothe Krug ist seit 1988 MTRA, seit 2004 Lehr-MTRA und seit 2010 Medizinpädagogin. Von  2007 bis 2016 arbeitete sie als MTRA und Strahlenschutzbeauftragte im Forschungszentrum Jülich, seit diesem Jahr ist Dorothe Krug Medizinpädagogin an der MTRA-Schule der kbs │ Die Akademie für Gesundheitsberufe in Mönchengladbach. Frau Krug ist kooptiertes Mitglied im Vorstand der Vereinigung Medizinisch-technischer Berufe (VMTB) in der DRG.

 

Annette Saur DRGAnnette Saur ist MTRA und Qualitätsmanagerin im Sozial- und Gesundheitswesen, von 1995 an war sie MTRA am Marien Hospital Düsseldorf, seit 2014 ist Leitende MTRA am Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie in Essen. Frau Saur gehört als Kooptiertes Mitglied dem Vorstand der VMTB an. 

Die Frühbucherfrist für MTRA geht bis 04.August 2017! Informationen und Anmeldung unter www.neurorad.de