Der neuroRAD am Puls der Zeit: Grundkurs „Künstliche Intelligenz in der Neuroradiologie“

Zuletzt aktualisiert: Freitag, 16. August 2019

Gemäß dem Kongressmotto „Zukunft Neuroradiologie“ behandelt der neuroRAD 2019 intensiv die Welt von KI, Big Data & Co. Diese Begriffe bestimmen die aktuellen Diskussionen über die Zukunft des Gesundheitswesens im Allgemeinen und der Radiologie im Speziellen. Aus diesem Grund findet auf der DGNR-Jahrestagung 2019 erstmals der Grundkurs „Künstliche Intelligenz in der Neuroradiologie“ statt. Im Interview berichtet der Organisator des Kurses, Dr. Dennis Hedderich vom Klinikum rechts der Isar in München, was die Teilnehmenden erwarten dürfen.


_Herr Dr. Hedderich, an wen richtet sich der Grundkurs „Künstliche Intelligenz in der Neuroradiologie“? Kann man auch teilnehmen, wenn man nicht explizit in der Neuroradiologie tätig ist?

Dr. Dennis Hedderich Dr. Dennis Hedderich: Der Grundkurs richtet sich an alle, die mit Radiologie zu tun haben und sich für den Bereich Künstliche Intelligenz interessieren. Und dies beschränkt sich nicht nur auf Fachärzte mit Schwerpunktbezeichnung Neuroradiologie. Gerade für die jüngere Generation handelt es sich ja um ein enorm relevantes und attraktives Thema. Außerdem sind natürlich auch MTRA herzlich zur Teilnahme eingeladen. Die meisten Praxisbeispiele werden aus dem Bereich der Neuroradiologie kommen, dem Feld mit den aktuell meisten KI-Anwendungen und -Studien, diese lassen sich aber grundsätzlich auch auf andere Bereiche der Radiologie übertragen.
 
_ Was unterscheidet dieses Kursangebot von anderen Veranstaltungen zum Thema?

Obwohl das Thema in den Medien und in wissenschaftlichen Publikationen hoch präsent ist, gibt es noch sehr wenige Kursangebote, die sich an Radiologen richten. Wir haben versucht, den Kurs möglichst praxisrelevant zu gestalten, allerdings ohne die Voraussetzung, dass die Teilnehmer selbst programmieren müssen. Es geht grundsätzlich mehr darum, die Techniken der KI in der medizinischen Bildverarbeitung zu verstehen um in einem interdisziplinären Team die Rolle des Arztes kompetent einnehmen zu können.
 
_Was lerne ich konkret an diesem Tag?

Wir haben für den Kurs klare Lernziele definiert. Die Teilnehmer werden am Ende des Kurses Grundprinzipien der medizinischen Bildverarbeitung verstehen, Begriffe aus den Bereichen Machine Learning/ Künstliche Intelligenz definieren und voneinander abgrenzen können sowie typische Fallstricke bei der Durchführung und Interpretation von KI-basierten Studien identifizieren können. Es ist uns wichtig, durch den Kurs einerseits einen Grundstein für die kompetente Zusammenarbeit von Medizinern mit Computerwissenschaftlern zu legen und andererseits Voraussetzungen zu schaffen, damit der Einsatz von KI in der Praxis gelingen kann.

_Aus welchen Bereichen stammen die Referenten?

Wir sind international aufgestellt: Neben vielen Deutschen sind zwei unserer renommierten Referenten am Inselspital Bern tätig, wo gerade ein eigener Universitätskurs zum Thema "Artificial Intelligence in Medical Imaging" ins Leben gerufen wurde. Zudem decken wir in unserem Grundkurs sowohl die klinisch-praktische als auch die theoretisch-naturwissenschaftliche Seite ab. Auf der einen Seite referieren klinisch tätige und profilierte (Neuro)-Radiologen, die sich wissenschaftlich bereits stark mit dem Thema beschäftigt haben. Auf der anderen Seite konnten wir ausgewiesene Experten aus dem Bereich der Computerwissenschaften gewinnen, die das Feld in der Vergangenheit mitentwickelt haben. Prof. Björn Menze  beispielweise ist Professor für "Bildbasierte medizinische Modellierung" an der TU München und Prof. Christian Wachinger leitet an der LMU München den Bereich "Artificial Intelligence in Medial Imaging". Eine hochkarätige Besetzung aus verschiedenen Bereichen also, die unseren Kurs zu einem besonderen Event macht.