Am Freitagnachmittag steht ein Rettungswagen vor der Rheingoldhalle. Drinnen, im Foyer, liegen Stentretriever bereit, die jemand in die Hand nehmen wird, der sich bislang nichts unter dem Begriff vorstellen konnte. Und irgendwann steht ein Rentnerpaar vor einem 65-Zoll-Monitor, sucht in einer CT-Angiographie den Gefäßverschluss – und findet ihn.
Mit der Public Experience führt der neuroRAD 2026 erstmals aus dem Kongresssaal hinaus. Wir sind zentral an Diagnose und Therapie einiger der folgenschwersten neurologischen Erkrankungen beteiligt – außerhalb der Medizin hat jedoch kaum jemand eine Vorstellung davon, was unser Fach beiträgt. Das wollen wir ändern.
Wir öffnen das Foyer I und die Außenfläche am Rhein für Patientinnen und Patienten, Angehörige und die interessierte Öffentlichkeit. In geführten Gruppen durchlaufen die Besucherinnen und Besucher die Behandlungskette des akuten Schlaganfalls an fünf Stationen: von der Notfallszene am Rettungswagen mit BE-FAST-Test über die CT-Diagnostik und die Befundung am Großmonitor bis zur interdisziplinären Lyse-Entscheidung und zur Thrombektomie am Gefäßphantom. Draußen läuft parallel ein offenes Bühnenprogramm zu Warnzeichen, Prävention und Leben nach dem Schlaganfall, dazu eine Präventionsmeile.
Öffentlichkeitsarbeit verstehen wir dabei nicht als Ergänzung zum wissenschaftlichen Programm, sondern als Teil unserer Verantwortung – als Ärztinnen und Ärzte wie als Fachgesellschaft. Wenn die Gesellschaft verstehen soll, warum Prävention, schnelle Diagnostik und spezialisierte Therapie über Lebensläufe entscheiden, müssen wir über unsere eigene Community hinaus kommunizieren. Und wer einmal selbst den Verschluss auf dem Bild gefunden hat, vergisst nicht mehr, was BE-FAST bedeutet.
